classic duathlon

Schöckel Classic Duathlon 2016

09:12:00Tobias Prinz

Schöckel Classic Duathlon 2016

 

Ein herzliches Hallo an alle Läufer, Duathleten und Triathleten oder die, die es noch werden wollen.
Mein heutiger Rennbericht handelt über einen nicht ganz klassischen Duathlon in meiner Heimat Graz.

Zuerst wieder ein paar Worte über die Veranstaltung:
1999 hatte Clemens Strauss die grandiose Idee „Lass uns doch einen Duathlon von Graz bis hoch zum Hausberg Schöckl machen“. Klingt einfach, ist es aber nicht.
Klassisch wäre ein Duathlon, Laufen - Radfahren - Laufen. Hier jedoch fährt man zuerst mit dem Rad, und bezwingt danach den Berg zu Fuß.
In Zahlen ausgedrückt:
16,5km Radfahren über ~510 Höhenmeter
2,2km Berglauf über ~660 Höhenmeter
Das Motto des Duathlons trifft es sehr gut, „Der Schmerz vergeht, der Ruhm bleibt für immer!“ Denn Schmerzen sind hier nicht zu knapp zu erwarten ;-)
Obwohl es dieses Rennen nun schon relativ lange gibt, schreckt die Strecke immer noch so viele ab, dass nur 166 Einzelstarter gefinisht haben. Kleines Rennen, starke Konkurrenz.
Abgesehen vom Duathlon Einzel hat man noch die Möglichkeit eine Staffel oder einen reinen Berglauf zu machen.

Bereits vor 3 Jahren als ich noch relativ am Anfang meiner sportlichen Laufbahn war, habe ich mich das erste Mal an diesen Duathlon heran gewagt. Damals noch ohne Vorbereitung und als Rad hatte ich nur ein Fully Mountainbike. Ankommen war das Ziel. Das habe ich nach 2 Stunden und 20 Minuten auch erreicht, wurde jedoch nur nicht letzter weil jemand beim Berglauf mit Krämpfen zu kämpfen hatte.
Dieses Jahr war daher natürlich das Ziel höher gesteckt. Zwischen 1:45:00 und 2:00:00, jedenfalls aber nicht Letzter war der Plan.
Ich hatte mir ein tolles Ridley Rennrad ausgeliehen, habe die letzten Monate ein paar Höhenmeter mit dem Rad und zu Fuß gesammelt und hoffte auf das Beste.

Kurz nur zum Startersackerl:
Wie in meinem letzten Bericht bereits erwähnt mag ich diese vielen kleinen Proben und Flyer nicht. Auch hier trifft man bei mir wieder genau ins Schwarze. Das Sackerl enthielt lediglich:

  • 2 Sackerl für Ziel, bzw. Wechselzone
  • dazugehörige Sticker für die Sackerl mit Startnummer
  • Sticker mit Startnummer für das Rad
  • Startnummer
  • Chip inkl. Klettband für das Anbringen des Chips am Knöchel
  • 1 Gutschein für sportnahrung.at
  • das ganze in einem umweltfreundlichen Stoffsackerl

 

Renntag:
Die Startnummer etc. hatte ich bereits am Vortag geholt und meine Utensilien für Wechselzone auch schon abgegeben, konnte daher entspannt um 11:00 Uhr zum verpflichteten Rennbriefing kommen. Hier wurden nochmal alle Short Facts genannt. Die Strecke, Ablauf in der Wechselzone, StvO auf der Straße, usw….
Danach hatte man noch etwa 15min Zeit bis zum Start. Punkt 11:30 fiel der Startschuss.

Die Radstrecke:
Schnell zeigte sich die Qualität der Konkurrenten. Trotz meines Top-Fahrrades wurde ich sehr viel überholt. Jedoch konnte ich mich meist an irgendjemandes Windschatten hängen was auf der anfangs noch relativ Flachen Strecke sehr viel wert war.

Die ersten paar Kilometer vergehen schnell und die minimalen Steigungen sind noch kein Problem. Dann kommt das Ortsende und die erste etwas stärkere Steigung kommt. Schnell zeigt sich das es noch ein hartes Rennen wird. Den einen oder anderen kann ich überholen, der eine oder andere überholt mich. Die Strecke bis zur ersten „Verschnaufpause“ bei der es erstmal gut bergab geht, zieht sich. Kurz davor melden sich plötzlich meine Waden. Noch nie hatte ich Krämpfe bei einem Rennen. Gott sei Dank konnte ich diese aber überwinden und das erste und einzige Gefälle des heutigen Tages kommt. Mit 68,7km/h Spitze rase ich hinunter. Geil!! :-D

Tja… aber was kommt nach einem Gefälle? Klar es geht wieder aufwärts. Steiler denn je und immer noch nicht das steilste Teilstück. Ich kenne die Strecke und weiß, dass ich noch Kraft für das letzte Stück aufheben muss. Dort geht’s dann richtig Steil hoch. Aber noch habe ich ein ordentliches Stück bis dorthin. Erstmal geht es noch ca. 2km vergleichsweise „gemütlich“ hoch bis die ersten richtigen Anstiege kommen.

Auch diese ersten Anstiege schaffe ich noch keuchend aber relativ gut. Dann kommt die Ortstafel „St. Radegund“. Jetzt wird’s ernst. Ein kurzer Blick auf die Uhr und die Motivation steigt als ich sehe das ich nur einige 100m vor der Wechselzone bei 38min stehe. WOW! Mein Ziel waren max. 55min. Noch die 2 steilsten Teilstücke und ich habe es geschafft. Die erste ist relativ schnell hinter mir und ich habe noch kurz etwas „flacher“ bis zum großen Finale.

Jetzt ist es soweit. Das letzte richtig Steile Stück beginnt und ich kämpfe mich Meter für Meter der Wechselzone entgegen. Ich merke wie mein Puls bis auf 1 Schlag unterhalb meines Maximalpulses steigt und ich kämpfe gegen den Schweinehund, der mir sagt ich soll absteigen und schieben. Dank der netten Zuschauer die den heutigen Fetzenmarkt besuchen und uns alle kräftig anfeuern halte ich aber durch!

In der Wechselzone:
Endlich geschafft. Die Wechselzone ist da, die Uhr sagt 48:53. Wahnsinn! Das Fahrrad ist hier bis 16:00 Uhr bewacht und kann nur in Verbindung mit der passenden Startnummer abgeholt werden. Jeder hat dieselbe Strecke zu durchlaufen und alle Plätze sind gut sichtbar beschildert. Hier habe ich mir nun etwas Zeit gelassen um wieder ein wenig runter zu kommen. Die Helfer sind sehr nett und helfen auch beim Herausnehmen der Utensilien aus dem Sack. Bei der Labestation noch schnell einen Becher Wasser über den Kopf geschüttet und weiter geht’s. Nach 2:48 Minuten verlasse ich die Wechselzone.

Der Berglauf:
Auch hier ist die Strecke anfangs noch etwas flacher, wird aber noch richtig Steil. Hier geht es zu Beginn in ein kurzes Waldstück, danach über einen Hof und hinein in die Lifttrasse der Gondel. Ungefähr jetzt überquert bereits der Sieger die Ziellinie mit einer Zeit von 58:45. Unglaublich aber wahr. Mein Blick schweift nach oben, die Lifttrasse entlang. Wie eine Mauer erscheint sie mir. Aber es hilft ja nix, da muss ich jetzt durch.

Immer wieder kommen mir Wanderer entgegen und feuern mich und meine Mitstreiter an. Auch mit dem einen oder anderen Duathleten komme ich in kurze, keuchende, Gespräche. Es ist einfach ein nettes Miteinander hier.

Die Trasse wird steiler und steiler. Teilweise muss man über Felswände klettern und hohe „Wurzelstufen“ erklimmen. Ungefähr bei der Hälfte melden sich auch hier meine Oberschenkel und krampfen ein wenig. Bei der Labestation kurz nach der Hälfte trinke ich daher etwas Red Bull, esse eine Banane, dehne mich ein wenig und hoffe.
Gott sei Dank kann ich auch diese Krämpfe relativ schnell überwinden.

Ich kämpfe mich weiter hoch und sehe den erlösenden Horizont näher kommen, der das Ende des Steilhanges ankündigt. Mit einem kurzen „Juhuu“ überwinde ich diesen Punkt und weiß, jetzt ist das schlimmste geschafft. Nur mehr wenige 100m und keine 100 Höhenmeter trennen mich nun vom Ziel.

Vorbei an der „Halterhütte“ geht es hinein in ein kleines Waldstück. Angenehm kühl hier. Kurz darauf spüre ich plötzlich meine Uhr vibrieren und lese „Bluetooth verbunden“. Ahhh… meine Tochter, die mein Handy hat, ist in der Nähe. Kurz darauf sehe ich sie auch schon mit meiner Mutter und ihrer Freundin am Waldrand stehen. Jetzt ist es gleich geschafft. Auf die letzten paar Meter begleiten sie mich noch, was natürlich noch einmal motiviert.

Das Ziel ist in Sicht. Ein paar Meter noch im Laufschritt für das Finisherfoto ;-P geht es über die Ziellinie und ich höre meine Zeit vom Moderator. 1:44:36! Unter meiner Wunschzeit geblieben! Nie hätte ich damit gerechnet, bin aber überglücklich und total K.O.

Die Ziellabe lässt keine Wünsche mehr offen. Wasser, Mineral, Red Bull, Schokobananen, Snickers für die Diva’s…

 

Fazit des Tages:
Ein Top organisiertes Event, das keine Wünsche offen lässt. Alle Helfer waren extrem freundlich und hilfsbereit. Außerdem kann man nun mit der Startnummer gratis die Gondel zur Talstation benutzen. Ich bin mit meinem Ergebnis mehr als zufrieden, auch wenn ich immer noch weit hinten im Ranking bin (154/166 gesamt), habe ich mein persönliches Ziel erreicht und das ist das wichtigste.

16,5km Radfahren
2,2km Berglauf
1180 Höhenmeter
220 Puls
100% am Limit
Der Schmerz vergeht, der Ruhm bleibt für immer!

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